Geschichte Goas
Bereits der griechische Historiker Ptolemäus erwähnte im 2.Jh. diesen Platz, auch den Arabern war er als Sindapur bekannt. Vom 6. bis 8.Jh. wurde die Region von den Chalukyas von Badami regiert, gefolgt von den Kadambas von Goa, die etwa 1052 die Hauptstadt nach Goapuri (Goa Velha) verlegten. Die Stadt entwickelte sich zu einem wichtigen Handels- und Seefahrtzentrum. Brahmanismus und Jainismus waren die Hauptreligionen. Die Dynastie der Kadambas fand unter dem Vormarsch moslemischer Heere nach Süden im 13.Jh. ein Ende.
Im 14.Jh. wurde Goa ein Teil des Reiches der Vijayanagar-Könige, die über diesen Hafen ihre arabischen Kavallerie-Pferde importierten, und schließlich ab 1488 durch die Adil Shahs von Bijapur beherrscht, die Velha Goa zeitweise zur zweiten Hauptstadt ihres Reiches machten.
Nachdem 1498 Vasco da Gama an der Malabarküste gelandet war, unterhielten die Portugiesen in Cochin eine Handelsniederlassung. Dabei sahen sie sich aber dem Widerstand der Zamorine von Calicut gegenüber, weswegen sie weiter nördlich nach einem sicheren Platz suchten. Diesen fanden sie in der reich gegliederten Küste Goas mit seinen durch Felsvorsprünge geschützten Mündungen schiffbarer Flüsse. Afonso de Albuquerque vertrieb 1510 die Armee des gerade neu ins Amt gekommenen Ismail Adil Shah. In der Folgezeit weiteten die Portugiesen ihren Machtbereich aus, wurden jedoch durch die Marathas arg bedrängt. Diese belagerten sogar einmal Velha Goa.
Zwischenzeitlich spielten die Briten die führende Rolle auf dem Subkontinent. Den Portugiesen gelang es durch Bündnispolitik mit ihnen, ihre Herrschaft über Goa zu halten, zu dem bis 1954 außer Daman und Diu auch noch Nagar Haveli (an der Grenze zwischen Gujarat und Maharashtra nahe Daman) gehörte.
1543 und noch schlimmer 1635 wüteten Malaria-Epidemien, die Großteile der Bevölkerung dahinrafften oder vertrieben. Trotzdem war das Wachstum der Stadt nicht aufzuhalten. Sie muß während ihrer Glanzzeit fast eine Viertelmillion Einwohner gehabt haben und soll der Pracht Lissabons in nichts nachgestanden haben. Wohl ausgelöst durch den Terror der Inquisition verließen gegen Ende des 16.Jh. viele Menschen die Stadt. Sie verfiel langsam. 1759 verlegte der portugiesische Vizekönig sogar seinen Wohnsitz in den ehemaligen Palast des Adil Shah in Panjim. 1843 wurde Panaji offiziell Verwaltungshauptstadt Goas. Nachdem die portugiesische Regierung auch noch verschiedene christliche Orden verboten hatte, begann der Abstieg Alt-Goas, von dem heute nur noch die Kirchen bestehen.
Im 19. und 20.Jh. war dann Panaji Verwaltungs- und Geschäftszentrum der portugiesischen Kolonien im Osten, außer den indischen noch Timor und Macao, und Sitz eines römisch-katholischen Bischofs.
Am 19.12.1961 schließlich endete die seit 1510 andauernde portugiesische Kolonialzeit durch einen Staatsstreich, der von der indischen Armee unterstützt wurde. Zurück zur Seite Goa