Madurai

Die heute ca. 1 Mio Einwohner zählende Stadt ist nachweislich fast 2.500 Jahre alt, was aus Erwähnungen durch griechische und römische Handelsleute, die mit den Tamilen Handel trieben, hervorgeht. Damals Hauptstadt der Pandvan-Könige, die erst im 10.Jh. den Cholas für zwei Jahrhunderte das Regiment überlassen mußten, im 14.Jh. jedoch endgültig den Moslems unter Malik Kafur unterlagen. Später kurz dem Reich der Vijayanagar-Könige (Hampi) angegliedert wurde Madurai schließlich 1565 von den Nayaks erobert, die bis zur britischen Übernahme 1781 regierten.
In der Mitte der Regierungszeit der Nayaks entstand etwa 1650 als Höhepunkt spätdrawidischer Baukunst im Zentrum der Stadt der Meenakshi-Tempel, heute touristische Hauptattraktion der geschäftigen, aber liebenswerten Stadt. Die Grenzen des alten Stadtkerns werden markiert durch die Veli Streets, vier breite Straßen, die auf den aufgeschütteten Gräben des 1840 von Helfershelfern der East India Company zerstörten Forts gebaut wurden. Die hinduistischen Städtebauideale sind auch heute noch deutlich im Stadtplan zu erkennen. So sind etwa die Avani-Streets und die Masi-Streets jeweils den vier Kardinalrichtungen zugewandt und auch entsprechend benannt (North-, East-, South-, West-Masi-Street).

Sehenswertes

Hauptattraktion und wirklich ein lohnender Besuch ist der renovierte Sri Meenakshi-Sundareswarar-Tempel (kurz Meenakshi-Tempel) mit seinen fünf riesigen, figurengeschmückten Tortürmen, deren höchster 55 m hoch ist und von 1.055 einzelnen Götterfiguren und Fabelwesen in grellen Farben geradezu atemberaubend üppig beladen ist. Vom höchsten (Süd-)Gopuram hatte man früher einen hervorragenden Überblick über den Tempelbezirk und ganz Madurai. Leider ist das Betreten inzwischen verboten. Die Tempel werden von einer hohen Mauer umgeben, was dem etwa 300x270 m großen Bereich eine große Ruhe verleiht. Ein Tempel ist Shiva geweiht, der andere der Königstochter Meenakshi, die er hier heiratete, die aber in Wirklichkeit seine Frau Parvati war. In der 'Hochzeitshalle' ist die Geschichte aus dem 'Ramayana' figürlich dargestellt. Jeden April und Mai wird die Hochzeit des Götterpaares Meenakshi und Sundareswara gefeiert und Tausende von Pilgern finden sich im Tempel ein. Die 'Tausend-Säulen-Halle' beherbergt zwischen ihren 'nur' 997 Säulen ein kunsthistorisches Museum. Auch die 'Musiksäulen', deren jede einen Ton der Tonleiter erklingen läßt, wenn man sie anschlägt, befinden sich hier.
Der Eintritt in das Allerheiligste der beiden Tempel ist nur Hindus gestattet. Von 12.00 bis 16.00 Uhr ist der gesamte Bereich geschlossen, jedoch mit Fototicket (10.- Rs/lohnt nur bei Blitzlichtausstattung) zugänglich. Es ist fast gespenstisch, den Tempel ohne viele Menschen zu erleben.
Ein guter Zeitpunkt, den Tempel zu besuchen, ist auch abends gegen 21.00 Uhr. In der Abendzeremonie wird Shiva in einer Prozession mit Tempelmusik zu Meenakshi für die Nacht gebracht. Eine liebenswerte Zeremonie, die Inder wissen noch, was sie ihren Göttern schuldig sind.

Thirumalai Nayak Palace: Im Südosten der Stadt, gut 1 km vom Meenakshi-Tempel entfernt, liegen die Reste des 1636 im indo-sarazenischen Stil erbauten Palastes. Hauptteil und Eingangstor sind neu restauriert und können zwischen besichtigt werden. Zwischen 13.00 und 14.00 Uhr ist die Anlage geschlossen. Abends findet um 18.30 Uhr eine Sound-and-Light-Show in Englisch statt.

Gandhi-Museum, von 9.00-12.00 und von 14.00-18.00 Uhr täglich geöffnet. Es liefert Informationen zum Leben Mahatma Gandhis sowie zur Kolonialgeschichte und Unabhängigkeitsbewegung und zeigt eine Ausstellung mit handwerklichen Gegenständen aus Südindien.

Neben dem Gandhi-Museum ist das Government Museum. Es werden u.a. Steinskulpturen und Bronzegegenstände aus der Region ausgestellt. Freitags geschlossen.

Teppakulam-Tank: 5 km außerhalb an der Ramnad Road gelegen, ist im Januar/Februar Schauplatz des Floatfestivals. Das Datum ist vom Mondkalender abhängig und findet an einem Vollmondtag statt. Götterfiguren werden auf blumengeschmückten Flößen durch den Teppakulam-Tank zu dem Tempel in der Mitte des 'Tanks' gezogen. Man feiert den Geburtstag von Thirumalai Nayak, dem Erbauer des Tirumalai Nayak-Palastes und des Teppakulam-Tanks.


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