Mahabalipuram

Der etwa 5.000 Einwohner zählende Badeort liegt 60 km südlich von Madras an der Bucht von Bengalen. Er wurde im 7.Jh. als Hafenstadt und zweite Hauptstadt des Pavallareiches gegründet und gilt heute als Wiege der drawidischen Tempelbaukunst Südindiens. Bekannt sind die zahlreichen angefangenen oder vollendeten Monolithbauten, ein Riesenrelief und der Küstentempel.
Die alte Bildhauerkunst ist wiederbelebt worden, so daß heimische Handwerker heute Steinmetzarbeiten für Neubauten ausführen und die Restauration in- und ausländischer Tempel vornehmen. Daher ist der Ort ideal für den Einkauf schöner, preiswerter Bildhauerarbeiten.
Der lange Strand und die gemütliche Atmosphäre laden zum Ausruhen ein, was sich unter den Reisenden inzwischen rumgesprochen hat. Zur einzigartigen Kombination aus Kulturbauten, schönem, langem Strand, lebendigem Handwerk, preiswertem Essen und Wohnen kommt seit 1985 auch noch ein Angebot von indischen Kulturveranstaltungen (Tanz, Musik). Inzwischen werden diese allerdings nur noch im Hotel Silversands angeboten.

Sehenswertes

Relief und Höhlen 'Descend of the Ganges': Der gängigsten Theorie zufolge stellt das 27 m lange und 9 m hohe Steinrelief in unmittelbarer Nähe des Busplatzes nicht 'Arjuna's Penance' aus dem Mahabharata dar, sondern die mythologische Entstehungsgeschichte des Gangesflusses aus dem Ramayana. Danach symbolisiert der Spalt in der Mitte den Ganges, was durch die Tatsache bekräftigt wird, daß sich oberhalb dieses größten Bas-Reliefs der Welt die Reste eines Wassertanks befinden, der zu dem erwähnten Spalt hin geöffnet war. Eine dritte Theorie spricht das Bildnis der Jain-Mythologie zu.

Höhlentempel: Die beiden bedeutendsten sind der Krishna Mandapam nahe des Reliefs mit einer Darstellung Krishnas, wie er den Berg Govardhama zum Schutz vor dem Regengott Varuna über seine Anhänger hält, sowie die Mahishasuramardhini-Höhle südwestlich des Leuchtturms mit ihren drei Schreinen: In dem einen zerstört die Göttin Durga (Kali) den Dämonen Mahishasura (mit dem Büffelkopf), und ein zweites Relief zeigt Vishnu auf dem Schlangenbett im kosmischen Schlaf (Ananthasayanam).
Auf dem Hügel rund um den Leuchtturm finden sich acht weitere in den Fels gehauene Tempel, von denen zwei unvollendet blieben. Es wird angenommen, daß es sich dabei um Modelle und Versuche für andere danach gestaltete Tempel Südindiens handelt. Du befindest dich also auf einem antiken Versuchsgelände! Heutige statische Berechnungen weichen nur unwesentlich von der damaligen Praxis ab. Das zeigt ein Beispiel in der School of Sculpture.

Die fünf Rathas: Gut 1 km südlich des Leuchtturms befinden sich fünf monolithische Tempel in Form von Prunkwagen, aus denen ein Großteil der späteren drawidischen Baukunst abgeleitet wurde. Drei weitere dieser Rathas befinden sich im Norden und Nordwesten des Tempelhügels.

Der Küstentempel: Einen knappen Kilometer vom Dorfzentrum entfernt, direkt am Strand, findet sich das erste Resultat dieser Modellversuche. Der Shore Temple mit seinen zwei Shiva und Vishnu geweihten Schreinen aus dem späten 7.Jh. war der erste nicht-monolithische Bau der Pavalla-Künstler und gilt daher als Prototyp aller anderen Tempel gleichen Stils.

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