Dharamsala/Mc Leod Gunj

1959 versuchten die Tibeter vergeblich, in einem opferreichen Volksaufstand ihre Unabhängigkeit und ihr politisches Selbstbestimmungsrecht gegen die Volksrepublik China zu verteidigen. Mit revolutionärer Gründlichkeit wollten die Chinesen die tibetische Kultur auslöschen, deren Wurzeln bis weit in die vorbuddhistische Zeit zurückreichen. Zehntausende von Tibetern ließen ihr Leben auf der Flucht vor den Chinesen oder starben in den unterversorgten Flüchtlingslagern der Aufnahmeländer.
In den letzten Jahren suchen die Chinesen verstärkt Kontakt zur tibetischen Exilvertretung, die es trotz der gebotenen Zurückhaltung nicht versäumt, von der Möglichkeit, offizielle Delegationen nach Tibet zu entsenden, Gebrauch zu machen. 1989 wurde der Dalai Lama mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, da er trotz der schwierigen Situation am Prinzip der Gewaltlosigkeit festhält.
Ein Teil der Überlebenden - unter ihnen der Dalai Lama - fand in .o.Dharamsala; bzw. .o.McLeod Ganj; eine neue Bleibe. Aus eigener Kraft sowie mit internationaler Unterstützung haben die Tibeter aus den bescheiden Anfängen heraus eine beeindruckende Aufbauarbeit geleistet. Die Wohngebiete wurden unter größtmöglicher Schonung der natürlichen Umwelt angelegt. Das Erziehungswesen ist sehr gut ausgebaut. Die tibetische Medizin ist der Herkunft und den Bedürfnissen der Kranken angepaßt.
Weltaufgeschlossenheit und Traditionsbewußtsein sind kennzeichnend für die Tibeter, und diese Haltung scheint weniger Widersprüche in ihrem Leben zu erzeugen als bei ihren indischen Gastgebern. In gut funktionierenden kulturellen Einrichtungen wird versucht, die Reste der tibetischen Identität zu bewahren bzw. erneut aufkeimen zu lassen. Diese Aufgaben sind überwiegend der jungen Generation anvertraut worden. Frauen und Männer verwirklichen ein hohes Maß an Gleichberechtigung.


Zurück zur Himachal Pradesh Seite
Zurück zur Titelseite Indien