Puri
Der Bade- und Pilgerort Puri liegt 62 km südlich von Bhubaneswar an der Bucht von Bengalen. Wer an der Ostküste unterwegs ist, kann hier einen Strandurlaub einlegen. Der schöne Sandstrand hat zwar keine Palmen und auch sonst keinen Schatten, ist aber einer der wenigen für den Globetrotter erschlossenen Badeplätze an der Ostküste. Verglichen mit Kovalam, Goa und Mahabalipuram ist der Standard aber eher bescheiden.
Puri erlebte in den letzten Jahren eine heftige Entwicklung als Touristenzentrum für westliche und einheimische Touristen. Einfache Unterkünfte und Mehrsterne-Hotels, Läden und Restaurants schossen wie Pilze aus dem Boden. Trotzdem hat Puri bis jetzt noch nichts von seiner Atmosphäre verloren und ist immer noch ein Ort zum Relaxen, Baden (mit Einschränkungen) oder zum Herumschlendern in der Altstadt.
Als eines der vier wichtigsten Pilgerzentren Indiens ist es auch ein Anziehungspunkt für einheimische Touristen. Die Inder kommen in erster Linie als hinduistische Pilger zum Jagannath-Tempel und zum Strand. Die Meeresbrandung ist heilig, und zu Hunderten stehen die Gläubigen abends am Strand und schauen dem Sonnenuntergang zu. Geh mal durch die Gassen der Altstadt und des Tempelbezirks, entdecke all die Läden, Schreine, Händler, Pilger, Ashrams und Unterkünfte.
Eine lohnende Zeit zum Besuch ist - auch wenn dann Monsun ist - wegen des vielgerühmten Rath Yatra (Wagenfest) der Juni oder Juli. Dabei werden riesige (10x10x16 m) Tempelwagen von 4.000 Männern zu Ehren von Jagannath, dem Gott des Weltalls, durch die Stadt gezogen. Die Prozession beginnt am Jagannath Tempel, dem heiligen Zentrum Puris, in der Innenstadt. Übrigens ist die weitverbreitete Meinung, früher hätten sich Menschen unter die riesigen Räder geworfen, falsch. Vielmehr dürften sie in dem Gedränge versehentlich daruntergeraten sein.
Der Jagannath-Tempel soll die größte Küche der Welt beherbergen, die täglich Tausende von Pilgern mit 'Mahaprasada' verpflegt. Der Tempel hat etwa 6.000 Angestellte mit verschiedenen Funktionen. Er ist für Nicht-Hindus absolut 'off limits', sogar Indira Gandhi wurde Anfang der 80er Jahre der Zutritt verwehrt, weil sie einen Parsen geheiratet hatte (daher auch ihr Name) und nicht mehr praktizierende Hindu sei. Von dem Dach eines gegenüberliegenden Hauses (einer Library) in der Grand Road kannst du jedoch einige Blicke hinter die Mauern werfen. Der Tempelkomplex stammt aus dem 12. Jahrhundert und hat einen quadratischen Grundriß mit einer Seitenlänge von ca. 200 m. Neben Jagannath werden sein Bruder Balhadra und seine Schwester Subhadra verehrt. Auf vielen Abbildungen im Bazar sind die zwei Brüder mit der kleinen Schwester in der Mitte zu sehen.
Rundum erstreckt sich ein großes Bazarviertel, u.a. mit schönen Souvenirs wie Muscheln, Ketten, Steinskulpturen. Gute, feste Preise im Arts & Crafts Center der Workers' Cooperative Society, Grand Road, gegenüber dem Tempel.
Wer sich für Yoga und Meditation interessiert, kann dem Kriya Yoga Meditation Center einen Besuch abstatten.
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