Shiva
Shiva ist zugleich der Zerstörer und
Erneuerer. Er kann viele Formen annehmen. Manchmal erscheint er als Asket mit einem
Tigerfell bekleidet. Die meisten der Sadhus beziehen sich auf ihn, manche tragen auch den
Shiva-Dreizack mit sich. Shiva wird nachgesagt, daß er Ganja raucht. Deshalb trifft man
in Nordindien und Nepal besonders viele Sadhus mit Shilloms. Shivas Reittier ist der Bulle
Nandi. Seine Gefährtin ist Parvati, die Mutter von Ganesha und Skanda, dem Kriegsgott mit
dem Pfau, und ferner eine schöne, manchmal exzentrische Göttin. Sie hat genauso wie
Shiva den Doppelaspekt von Erhaltung und Zerstörung. Parvati ist das Sinnbild der
lebensspendenden, lebenserhaltenden Mutter. Im Shaktismus
(siehe 'Religion' im Nepal-Teil) ist sie die Verkörperung der göttlichen Energie
(shakti), ohne die der in sich ruhende Gott Shiva seine Funktion nicht erfüllen könnte.
Verkörpert sie den Aspekt der Zerstörung, wird sie Kali oder Durga genannt. Kali ist
schwarz und tanzt mit einer Kette von Menschenschädeln um den Hals. Einer der
glühendsten Verehrer Kalis war Ramakrisha (1834 bis 1886), der in der Nähe von Kalkutta
lebte und eine große Zahl Anhänger um sich versammelte. Hätte man ihm gegenüber
behauptet, seine Mutter Kali wäre nur schrecklich hätte er wohlwissend nur gelacht.
Shiva wird in der Form des Shivalingams, einer Darstellung des Phallus, verehrt. Dieser
Shivalingam steht immer in der Yoni, dem Symbol des Weiblichen, beides zusammen Sinnbild
für die Vereinigung, aus der neues Leben entsteht.
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