KalKutta (Calcutta)

Calcutta war für mich die irrsinnigste und eindrucksvollste Stadt in Indien. So absurd die am Bahnhof wartenden Miniholzkutschen, die aussehen wie aus einer anderen Welt oder einem Märchenland. Unbeschreiblich die Fahrt mit einer handgezogenen Rikscha über die Howrah-Bridge in die eigentliche Stadt. Verrückt zusammengemixte Menschenmassen, total überladene Doppeldeckerbusse, sich in der Kurve stark zu Boden neigend, schwer geschobene Handwagen für Güter aller Art, Träger mit zwei Körben - gehalten durch eine Schulterstange - , laute, stinkende Lastwagen wälzen sich über diese einzige Gangesbrücke. Enttäuschend und überhaupt nicht sehenswert dagegen das Stadtzentrum. Westliche Gebäude, Mentalitäten, Kleidung, Geschäfte - das Erbe der Engländer wachgehalten. Verläßt man diesen total unindischen Stadtteil, dann geht der Trip weiter. Um die Howrah-Bridge findet sich ein quirlendes, ausgedehntes Marktstraßensystem 'Burrobazar', der größte Bazar von Calcutta. Vorbei an engen Gewürz-, Fisch-, Getreide-, Geflügel-, Obst- und Gemüsegassen fühlt man sich manchmal zurückversetzt ins Mittelalter (wie lange noch?). Alte, reich mit Schmiedeeisen verzierte Häuser, teeschlürfende Händler, Handwerker und Fabrikanten, ein total gelbgefärbter Curryherstelller und Kinder, überall spielend, und stolze Frauen auf ihren hohen Rikschaplätzen... . Im Hafen am Ganges reger Ladeverkehr neben Götterzeremonien am Wasser. Eine Pappgöttin, reich und bunt geschmückt, wird unter lautem Gejohle ins Wasser gestoßen. Holzkähne liegen vor Anker. Kleine Feuer flackern auf den Booten, den heiligen Fluß gespenstisch erhellend... . Im Kali-Tempel werden Ziegen geopfert. Den Kopf zwischen zwei Holzrohre, direkt am Tempel, gesteckt, ein drittes drüber und dann den Säbel durch den Hals. Die Zunge schnellt vor, die beiden Teile zittern noch lange. Mir stockt es den Atem - die Inder greifen ins Blut, um einen Finger einzutauchen und sich das 'dritte Auge' auf der Stirn zu markieren...'(So beschreibt ein Leser des Reisehandbuches Indien/Nepal seine Erlebnisse.)

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