Messingware

Entlang der Straßen, die in die besseren Wohnviertel Colombos führen, kann man das eine oder andere schöne Stück aus Messing erstehen. Denn hier bieten Straßenverkäufer Messingwaren feil und warten nur darauf, daß man mit ihnen darum feilscht. Jedes dieser aus einer Kupfer- Zinklegierung gefertigten Stücke ist ein Unikat. Hergestellt werden sie vorwiegend im Bergland um Kandy.
Besonders häufig findet man Messingöllampen, die es in den verschiedensten Variationen gibt. Sie spielen eine große Rolle im religiösen und sozialen Leben der Ceylonesen. Buddhistische Tempel sind voll mit diesen zum Teil jahrhundertealten Lampen, die Gläubige mit Kokosöl füllen und entzünden. Ihre Flammen sollen an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern. In hinduistischen Tempeln haben die Lampen einen ebensogroßen Stellenwert. Schon ihr Geruch ist ein fester Bestandteil der religiösen Zeremonien. Auch findet kein Fest und keine Feier ohne diese Lampen statt.
Bei einer Hochzeit ist die erste Handlung, die Braut und Bräutigam gemeinsam nach der Trauung vollziehen, die, eine Messinglampe anzuzünden. Bei der Geburt eines Kindes wird in eineer Ecke des Raumes, in dem die Mutter mit dem Neugeborenen schläft, eine Lampe angezündet, um die bösen Geister zu vertreiben. Agni, der Vater des Feuers, wacht auf diese Weise über die beiden.
Auf dem Sterbebett sagt einem eine Messinglampe das letzte Lebewohl. So begleiten einen Singhalesen diese Lampen ein Leben lang.
Sehr häufig gibt es auch runde Tabletts und Wandteller. Ihre Muster haben eine jahrhundertealte Tradition, die von Generation zu Generation weitervererbt werden und jeder Künstler bringt noch eigene Variationen mit ein. Den äußeren Rand verzieren immer Tierornamente, die sich kunstvoll um das Tablett winden. Unbedingt zeigen lassen sollte man sich auch die Tabletts, auf denen die Singhalesen einem Besucher Betel anbieten, heppuwa genannt. Es gibt auch schöne Döschen, Laternen, Scharniere und Beschläge, Vasen oder verschiedene Figuren, also für jeden Geschmack etwas.


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